§ 36. 37.]              Die Consonanten.                     23

bindungen hl, hr, hn, hw im Anlaut: hūs, hīr, hier, aber
lhāpa laufen und lēpen Pp., hrērāf und rārāf Leichenraub,
hreg und reg Rücken, hnige und nigi neige, hwerva und
werva wenden, wandeln, hwīle und wīle Zeit, während. Auffallenderweise
scheint h; stets geschwunden in warf Gerichtsversammlung,
werf Erdaufwurf Hausstätte, vgl. as. hwarf covgregatio,
conventio, ae. hwearf (allit. zu w) Menge. Liegt hier
Einfluß der stehenden Formel ana ēna wurpena warue vor?

Auslaut h gewöhnlich geschrieben ch: hāch hoch, furch
Furche, thruch durch; ebenso h vor t: kni̯ucht Knecht,
ri̯ucht recht; ch für alte Gemination: crocha Krug (ae.
crohha); x (== hs) wie ae.: sax Schwert, fax Haar, wax Sb.
Wachs, sex 6, Saxa (daneben Saska) Sachse.

Natürlich ist h wie bereits ae. geschwunden inlautend
vor Vokal: tār Zähre, nān kein, si̯ā sehn, ti̯ān zehn; vgl.
auch ā̆fte (ahd. ēhaft) gesetzlich (echt), fād (*faihōðuz)
Falschmünzerei, wīthe (goth. weihiða) Reliquie.

III. Allgemeines über die Consonanten.

§ 37. Die allgemeinen Erscheinungen des Ae. finden
sich im Fries, wieder:

1. Die stimmhaften Geräuschlaute werden im Auslaut stimmlos.

2. Außer der gemeingermanischen Verdoppelung findet
sich die westgerm, vor j, wonach alle einfachen Consonanten
außer r nach kurzem Vokal verdoppelt werden
(afries. sella — ae. sellan — as. sellian — goth. saljan).

3. Vereinfachung von Gemination tritt ein im Wortauslaut
(pet, Gen. pettes), Silbenauslaut (alra), nach Consonanten
in der Composition (reste Prt.) und nach unbetontem
Vokal (wēstene. Wüste). Eine eigentümlich friesische Vereinfachung
mit Dehnung des Vokals verbunden ist die von
rr: īre. irre (ae. ierre), stēra Stern (ae. steorra) etc.

4. Der grammatische Wechsel wie ae.

5. Die konsonantischen Auslautsgesetze wie ae.