18                          Lautlehre,                   [§ 32. 33.

brennen (ae. bærnan), herse Pferd (ae. hors), gers Gras, first
Frist, fōtwirst Fußgelenk (ae. wrist), kersoma == chrisma, Kerst
Christ, kersten, kerstenede. Umgekehrt besonders in B.2 tritt
postvokal. r vor den Vokal: bred für berd Bart, bren für
bern Kind, drenfia == dernia verborgenes Gut, andren ==
andern Fenster. Stets Metathesis in thruch durch. Für
gewöhnliches sr zuweilen rs,: irsahelesca neben israheliska,
īrsen == īsern Eisen.

2. ae, l: li̯āf lieb, liācht hell, wlite-(w)lemmelsa Gesichtsverstümmelung.

Metathesis eines ursprünglichen dl (ðl) wie in ae.
Dialekten: nēlde neben nēdle Nadel, bold (boldbreng, inbold)
Aussteuer (ae. botl = *boðlos), ūt-belda aussteuern.  Umgestellt
in B.2: blodbreng (vgl. drenfia).  Für sl tritt ein ls
im Suffix -isla: blōdilsa blutige Wunde, blāwelsa blauer
Fleck (blutunterlaufen), dreppelsa (vgl. ae. æfwyrdelsa, ȝyrdels,
rīecels), l ausgefallen in satztieftonigem asa, ase, as == wie
(vgl. me. ase, ne. as = ae. ealswā).

§ 33. Die Nasale.

ae. m, n einfach und verdoppelt erhalten: noma Name,
swimma schwimmen; hond Hand, sunne Sonne. Synkope
wie ae. vor stimmlosen Spiranten: fīf (gotli. fimf), kūth,
kētha, sūth, tōth, ūse, ūs, (h)rīder (für hrīther) Rind. Auch
in unbetonter Silbe: sprekath (ae. -að, *-anði), vgl. wfries.
duged (ae. duguð *-unð-).

Zuweilen Ausfall von n, in der Endung -ing B.
pennigum Pfennigen, H. keneg König, kenega, R. zeigt
dabei ziemlich regelmäßigen Wechsel: kinig König, aber
kininga(r), pannig Pfennig -— panninga(r), Ri̯ostrig Rüstringer
— Ri̯ostringa, skillig Schilling — skillingar; selbst Pippig Pippin
— Pippinges. (Dieser eigentümliche Wechsel ist von v. Helten
und Siebs nicht erwähnt; nach Siebs soll sogar der n-Verlust
aus den flektierten Formen stammen.)

Flexivisches m, n: In unbetonter Silbe oft m zu n
wie spätae.: R. -on (-un) im Dat. Pl. ēthon Eiden etc.