§ 6. 7.]                   Allgemeines.                         5

l wie vor h, r + Cons. und dieselbe hat im Mkent. ihre
Spuren in der Dehnung -eald- hinterlassen. Das Angl.
hat a vor l + Cons. ungebrochen erhalten gegenüber ea
vor r + Cons. (abgesehen von den Veränderungen durch
Palatalumlaut). Das Afries. a vor l + Cons., e vor r +
Cons. stellt sich zum Angl. (über den /'-Umlaut cf. § 3, 2),
Cons. ist wegen der im Angl. durch den Palatalumlaut
eintretenden Veränderungen nicht berücksichtigt:

wests. kent. eald, angl. afries. ald alt;

wests. kent. earm, angl. earm, afries. erm arm.
3. Bei dem flekt. Infinitiv und dem Part. Prs. der
schwachen Verba II. Klasse ist ia fest im Wests. und Kent.;
im Angl. herrschen die Formen ohne i durchaus vor; in
dem östlichsten Dialekte des Afries., dem Rüstr., herrschen
sie ausschließlich:

ws. kent. to endianne, (-ienne), angl. endanne zu endigen;

ws. kent. lōkiende, angl. lōkende, -ande. schauend;

afries. to cāpiane, -iande, R. to cāpande, zu kaufen, R.
clagande klagend.

§ 7. Das Afries. zeigt spezielle Übereinstimmungen
zu dem Nordhumbrischen (im Gegensatz zu dem Merc.,
also dem südhumbrischen Dialekte des Angl.).

1. Afries, ia und sein Umlaut iu (io) == nordhumbr.
ea (eo) und io {iu), während im Merc. beide unter eo (io)
zusammenfallen:

noidhumbr. þeaf, merc. þeof (io), afries. thiaf;

nordhumbr. liode, merc. leode, (io), afries. liude (io),

2. Die starken Prtt. band, fand etc. trotz sonstigen
o vor Nasal zeigen sich im Altostfries. wie im Nordhumbr.;

das Merc. hat auch hier o durchgeführt.

3. Abfall von nebentonigem auslaut. -n:

afries. anordhumbr. būta außen, fara fahren.
